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cakewalk_3d_-_lebensmitteldrucker

Vorbereitung

Lebensmittel müssen eine bestimmte Konsistenz aufweisen, um überhaupt druckbar zu sein. Zu flüssige Materialien tropfen zu stark aus der Nozzle und werden z.T. nicht herausgepresst, sondern laufen an der Schnecke innen vorbei. Zu dickflüssiges kann hingegen nicht durch die Nozzle gedrückt werden. Hilfreich ist, die Schnecke bereits in der Hand manuell zu drehen und zu testen, ob eine Extrusion überhaupt möglich ist.

Aufbau

  • Zuerst Nozzle in die weiße kegelförmige Platte einschrauben, an den Behälter anlegen und mit einem der zwei Ringe fixieren.
  • Während des Einfüllprozesses empfiehlt es sich, die Nozzle mit Tesafilm zu überkleben, damit nichts heraustropft und der Ausgang nicht durch Austrocknung verstopft.
  • Material in den Behälter einfüllen, anschließend die Schnecke, inklusive weißer Scheibe, Abstandshalter und evtl. bereits dem Verbindungsstück zum Drucker, mit dem zweiten Ring festschrauben.
  • Danach Behälter an dem 3D-Drucker befestigen. Sowohl oben am Steppermotor, als auch zur Sicherung mit einer Schelle umwickeln und verschrauben.
  • Am Drucker wird nun der Z-Stopper manuell eingestellt. Je nach verwendeter Nozzle (1 mm oder 2 mm) ist der Abstand unterschiedlich. Auch wenn auf Lebensmitteln, wie bspw. Keksen und nicht direkt auf der Platte gedruckt werden soll, muss der Z-Stopper neu eingestellt werden.

→ Im Gegensatz zu Filament werden Lebensmittel eher aufgelegt, anstatt auf das Bett gepresst. Der Abstand zum Druckbett sollte dennoch minimal geringer als der Nozzledurchmesser sein, um Rundungen besser drucken zu können. Im Idealfall wird die Z-Achse entsprechend der Angaben im Slicer eingestellt, um auch in die Höhe drucken zu können. Ist die Nozzle zu nah am Boden, können die Lebensmittel nicht extrudiert werden oder quetschen zu stark an der Seite heraus.

Slicer-Einstellungen

  • Wir empfehlen den Prusa-Slicer zu benutzen.
  • Auf unseren Rechnern befindet sich ein voreingestelltes Cakewalk 3D Profil, bei dem leicht verdünnter Ketchup mit einer 2 mm Nozzle in einigen Tests gut funktionierte.
  • Beim Experimentieren mit anderen Materialien ist insbesondere der Extrusionsfaktor entscheidend. Hier muss gelegentlich auch mehrfach ausprobiert werden. Ist dieser zu hoch (≥ 50.000), ergeben sich gelegentlich Fehler im Slicing.

→ grundsätzlich gilt, je flüssiger, desto geringer der Extrusionsfaktor → Eine Übersicht zu weiteren Materialien und deren Slicer-Einstellungen zur Orientierung findet sich auf der Webseite: https://www.lapatisserienumerique.com/en/cakewalk-3d-en/recipes/

  • ist die Positionierung relevant, da man z.B. auf Keksen direkt drucken möchte, müssen die Koordinaten um ca. 15 mm in der X-Achse und 33 mm in der Y-Achse ergänzt werden.

Eine manuelle Offset Einstellung der Homeposition ist trotz aktueller Software bei dieser massiven Entfernung nicht mehr möglich.

Erfahrungswerte

  • Ketchup: Je nach Art muss dickflüssiges Ketchup leicht verdünnt werden um gedruckt werden zu können. Der Extrusionsfaktor liegt bei ca. 20.000-50.000. Das Heizbett ist ausgeschaltet. Unverdünntes Ketchup lässt sich auch ganz ohne Nozzle drucken. Da es hier keine „Spitze“ an der Nozzle gibt, kann der Ketchup jedoch nur leicht erhöht gedruckt und somit auf das Druckbett aufgelegt, statt gepresst werden.
  • Senf: Ähnlich wie bei Ketchup müssen auch einige Senfsorten verdünnt werden. Diese sind dann gut druckbar mit einer Extrusionsrate von 10.000-20.000, je nach Konsistenz.
  • Baiser: Da die Konsistenz bei Baiser stark variiert, müssen im Vorfeld einige Test durchgeführt werden, um die perfekten Einstellungen zu finden. Grundsätzlich kann man sich jedoch am Ketchup-Profil orientieren. Will man auch in die Höhe drucken, muss die ideale Schichthöhe erst ermittelt werden. Ist der Baiser dünnflüssiger, läuft er zu den Seiten stärker aus und die Schichten werden entsprechend kleiner.
  • Pfannkuchen: Pfannkuchenteig lässt sich mit beheiztem Druckbett auf der Silikonmatte oder auf Alufolie drucken und wird so leicht fest. Auch hier ist die Konsistenz entscheidend. Ein zu starkes tropfen ist zu vermeiden. Durch die Erhitzung des Druckbetts verstopft die Nozzle jedoch schnell.
  • Zuckerguss: Bei Zuckerguss ist zu beachten, dass dieser schnell eintrocknet und sich dann nicht mehr drucken lässt. Hier muss zügig gearbeitet werden.
  • Schokolade: Bisherige Versuche mit Schokolade scheiterten an der schnellen Abkühlung des Cakewalk, sodass sich die Schokolade verfestigte und die Nozzle verstopfte. Hier arbeiten wir an einer Lösung die Schokolade flüssig zu halten.
  • Sahne: Sprühsahne aus der Dose verliert zu schnell die nötige Festigkeit um gedruckt werden zu können. Möglicherweise kann der Cakewalk aber mit selbst geschlagener Sahne und Sahnesteif betrieben werden.
cakewalk_3d_-_lebensmitteldrucker.txt · Zuletzt geändert: 2022/07/12 11:08 von lara